UX/UI-Designer-Interviewfragen — warum "Erklär mir deinen Prozess" bereits das ganze Interview ist
Portfolio-Reviews wirken wie eine Präsentation, werden aber wie ein Interview bewertet. Was während der Case-Study-Präsentation tatsächlich geprüft wird, und wo die meisten Designer unbemerkt Punkte verlieren.
Die meisten Design-Interviews drehen sich um ein Portfolio-Review, wodurch sie sich eher wie eine Präsentation als wie eine Prüfung anfühlen. Genau deshalb bereiten sich viele Kandidaten falsch vor — das Format fühlt sich vertraut an, also wird die Geschichte des Ergebnisses geübt und die Geschichte der Argumentation übersprungen, obwohl genau diese bewertet wird.
"Erklär mir dieses Projekt."
Was die meisten tun: bei den finalen Screens beginnen und erklären, was das Design macht.
Was tatsächlich bewertet wird: ob die Geschichte beim Problem beginnt, nicht bei der Lösung. Ein starker Walkthrough beginnt damit, was für die Nutzer vor jeglichen Screens kaputt oder fehlend war. Bei der fertigen UI zu beginnen signalisiert, dass der Prozess vielleicht auch dort begonnen hat.
"Warum diese Lösung und nicht etwas Einfacheres?"
Was die meisten tun: das finale Design als offensichtlich richtige Wahl verteidigen.
Was tatsächlich bewertet wird: ob eine Alternative, die erwogen und verworfen wurde, ehrlich beschrieben werden kann. Ein Designer, der nur den gewählten Weg beschreiben kann, wirkt, als sei das Design aus Instinkt entstanden — schwer vertrauenswürdig in einem Team, das Design-Entscheidungen gegenüber Engineering und Produkt erklären muss.
"Woher wusstest du, dass dieses Design tatsächlich funktioniert hat?"
Was die meisten tun: positives Feedback von Stakeholdern oder ein allgemeines Gefühl beschreiben.
Was tatsächlich bewertet wird: ob hinter "es hat funktioniert" ein echtes Signal steckt — ein Usability-Test, der einen konkreten Reibungspunkt aufgedeckt hat, eine Kennzahl, die sich bewegt hat. "Die Stakeholder waren zufrieden" ist kein Beweis dafür, dass das Nutzerproblem gelöst wurde.
"Erzähl von Feedback, mit dem du nicht einverstanden warst."
Was die meisten tun: beschreiben, wie zurückgedrängt wurde und am Ende recht behalten wurde.
Was tatsächlich bewertet wird: ob die Argumentation der Gegenseite fair beschrieben wird, auch wenn der Schlussfolgerung widersprochen wurde. Wer jede Meinungsverschiedenheit als "ich hatte recht, die anderen nicht" darstellt, signalisiert Reibungsrisiko.
"Was würdest du heute anders machen?"
Was die meisten tun: einen kleinen kosmetischen Punkt nennen — eine Farbe, einen Abstand.
Was tatsächlich bewertet wird: ob eine echte strukturelle Lücke benannt werden kann — ein ungetestetes Nutzersegment, eine unhinterfragte Annahme, eine zu spät sichtbar gewordene Einschränkung.
Das Muster hinter allen fünf Fragen
Jede dieser Fragen fragt im Grunde dasselbe aus einem anderen Winkel: Kannst du deine eigene Denkweise ehrlich erzählen, einschließlich der Teile, die nicht funktioniert haben. Das Portfolio zeigt das Ergebnis. Das Interview existiert, um zu prüfen, ob die Argumentation dahinter echt ist.
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